Burschenschaft 1908 Kombach

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Geschichte der Burschenschaft 1908 Kombach

 

Es begann 1908...

Die Vorgeschichte der Burschenschaft 1908 Kombach liegt in der Tradition des sogenannten „Kirchweihfestes“ (heute: Kirmes). Dieses Fest wurde in Kombach 1841 erstmals gefeiert. 23 Jahre später, am 16.10.1864 wurde es wiederholt. Man beginnt am Donnerstag, dem 13.10.1864 mit einem Gottesdienst in der Kombacher Kapelle. Festprediger war  Pfarrer Hermann Robert Schneider. In den folgenden 24 Jahren ruhte diese Tradition und es wurde keine Kirmes gefeiert. Erst im Jahre 1908 wurde sie von einigen jungen Männern des Dorfes wieder neu belebt. An dieser Idee erwuchs die „Burschenschaft 1908 Kombach“. Am 12.10.1908 trafen sich die Burschen Bei „Happen“ (Gastwirtschaft zur Linde) um Nägel mit Köpfen zu machen. Sie gründeten die Burschenschaft 1908 Kombach und übertrugen Heinrich Weigand das Amt des „Burschenoberst“.

Folgende Gründungsmitglieder sind aus Überlieferungen bekannt:

1. Heinrich Weigand     10. Ludwig Friebersthäuser
2. Heinrich L. Grebe   11. Wilhelm Schwarz
3. Herrmann Reichel   12. Heinrich Fenner (Emmas)
4. Ludwig Grebe ( Febel)   13. Otto Brühl
5. Wilhelm Platt (Stecks)   14. Wilhelm Grebe (Ottches)
6. Gustav Will   15. Heinrich Platt
7. Jakob Friebertshäuser   16. Gustav Fenner
8. Jakob Reichel   17. Philip Will
9. Johann Jost Grebe      

In der zweiten Oktoberhälfte des Wiederbegründungsjahres 1908 fand dann die geplante Kirmes unter starker Beteiligung der Bevölkerung auf dem Hinterhof der Gaststätte „Zur Linde“ statt. Im gleichen Jahr wurde die Kapelle grundlegend erneuert, mit einem Ofen versehen und die Außenwände verputzt. Die nächsten Informationen liegen aus dem Jahre 1920 vor. Zu dieser zeit existierten in Kombach zwei Burschenschaften, von denen ein bei „Happen“ und eine beim „Gordeschneira“ (Gaststätte Weigel) ansässig war. Letztgenannte Gastwirtschaft ist auch Austragungsort für die nächste Kirmes, im Jahre 1920, gewesen. Eine Kirmes begann immer in den Nachmittagsstunden des Sonntags und zog sich bis in die frühen Morgenstunden des Montags hin. Besonders bemerkenswert ist, dass der auch vor 70 Jahren unerlässliche Tanzboden auf einem Misthaufen aufgebaut war. Die Kombacher Jungburschen hatten jederzeit die Möglichkeit in die Burschenschaft einzutreten, wobei jedem Burschen beim Eintrittsritual ein ganz besondere Genuss zugute kam. Sie durften das jederzeit gern getrunken „Waller- Vertelche“ zu sich nehmen und genussvoll ein wenig Kautabak verzehren (Waller- Vertelche: 0,1 Liter-Glas Weinbrand). Dieses in beiden Burschenschaften gleichermaßen vorhandene Ritual hat nicht selten zur Folge, dass der ein oder andere Bursche den Weg zum sogenannten „Abbe“ beschleunigt aufsuchte. Darüber hinaus hatten beide Burschenschaften aber noch weitere Gemeinsamkeiten, so z.B. das Eiersammeln am Osterdienstag. Hierbei wurden die gesammelten ausgeblasen und eine Girlande gebastelt, die die Straße vor dem Vereinslokal schmückte. Am 30. April wurden  die Dorfschönheiten versteigert. Hierbei wurde das ersteigerte „Holz“ nicht selten schon am darauffolgenden Maifeiertag abgefahren. Zwischenzeitlich, in der Nacht vom 30.April auf den 1. Mai zog und zieht man heute noch von Haus zu Haus und versteckt Gebrauchsgegenstände in Nachbars Garten. Außerdem streut man einem Liebespärchen einen Wagen voller Sägemehl. Wenn ein Bursche heiratet versammelte man sich um ihm ein Ständchen zu bringen, diese hat heute noch Tradition, ebenso wie in der  Neujahrsnacht in dem jedem Dorfbewohner vor seiner Haustür ein kurzer Gesang präsentiert wurde. 1928 fand bei „Happen“, unter der Fahne des „MGV Harmonie Kombach“, eine Kirmes statt. Bei dieser Gelegenheit wurde erstmals ein Kirmesbaum aufgestellt. 1937 fand die letzte Vorkriegskirmes beim „Gordeschneira“ statt. Nach dem 2.Weltkrieg stand auch  Kombachs Burschenschaft vor dem Neubeginn. Man nahm alte Traditionen wie das Eiersammeln wieder auf, ändert aber das Eintrittsritual. Die Jungburschen trinken einen Liter Bier und verspeißen dazu eine größere menge Senf. Die nächste Kirmes fand 1953 beim „Gordeschneira“ statt. Aus diesen Jahren wird die folgende Geschichte überliefert:

Als die Burschen sich wieder einmal trafen um ein Fässchen Bier auf dem „Lange Luh“ zu trinken, binden sie es auf ein Ziehwägelchen und machen sich frohem Mutes und mit großem Durst auf den Weg. Da der Durst jedoch von Meter zu  Meter größer wurde, überlebte das Fässchen nur den halben Weg, sodass man das eigentliche Ziel gar nicht erreichte; frei nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel

Aus den darauffolgenden Jahren werden keine Besonderheiten überliefert, nur die Tatsache, dass die Burschenschaft ihr Domizil vorrübergehend wechselte. Eine Zeit lang war man in der Gaststätte „Oldtimer“ bei Ernst und Esther Jahnel zu Hause. Eine Änderung des Eintrittsrituals datiert ebenfalls aus dieser Zeit. Deren Inhalt hier jedoch nicht wieder zu geben ist. Einen größeren Aufschwung erlebt die Burschenschaft ab Mitte der 1980er Jahre. Die sogenannten geburtenstarke Jahrgänge lassen die Mitgliederzahl stark ansteigen. Die Aktivitäten nehmen merklich zu und es entstanden viele neue Ideen  die in die Praxis umgesetzt wurden. Die wichtigsten Beispiele hierfür sind das Hochzeitssingen und das Maibaumaufstellen incl. Maifeier am 30. April jeden Jahres. Darüber hinaus wurden in dieser Zeit viele Kirmesfeiern anderer Dörfer besucht, was den Ruf nach einer Fahne der Burschenschaft laut werden lässt. Die erste Burschenschaftsfahne wurde am 11.11.1989 im Kombacher Dorfgemeinschaftshaus geweiht. Diese Fahnenweihe kann wohl als das prächtigste und gelungenste Fest der jüngeren Burschenschaftsgeschichte bezeichnet werden.

In den zurückliegenden 1990er Jahren besuchte die Burschenschaft weiterhin Feste anderer Burschenschaften, zu dem veranstalten wir jährlich einen  eigenen Discoabend.

Im Jahr 1998 konnte die Burschengemeinschaft ihr 90 Jähriges Bestehen feiern. Dies wurde ausgiebig und unter großem Anteil der Bevölkerung auf der Schutzhütte gefeiert. Das Maibaumaufstellen ist die wichtigste Veranstaltung der Burschenschaft geworden.

Aber nicht nur für die Burschenschaft sondern auch für das ganze Dorf, ist das Maibaumaufstellen ein wichtiges Ereignis im Jahr.

Im Jahre 2002 begann die Burschenschaft einen eigenen Discoabend auf dem Fußballplatz durchzuführen. Die steigende Besucherzahl dieser Veranstaltung hatte zur Folge, dass man sich im Jahr 2004 eine Namen für diese Veranstaltung einfallen ließ. Ab 2004 trägt diese Veranstaltung nun den Namen „Lahnparty“. Sie wird jährlich im August durchgeführt und seit dem letzten Jahr gibt es auch das berühmte „Lahnwasser“.

Die Burschenschaft 1908 Kombach blickt auf eine lange Tradition zurück und hofft auf weiteres Bestehen in ferner Zukunft.

Der Vorstand 2004/2005